Am Samstag, 24. Oktober 2026, stand für Atemschutzgeräteträger aus verschiedenen Einheiten der Feuerwehr Ense eine besondere Ausbildung auf dem Dienstplan: das Maydaytraining im Gerätehaus des Löschzugs Bremen.

Atemschutzgeräteträger sind bei Brandeinsätzen häufig besonderen Gefahren ausgesetzt. Enge Räume, schlechte Sicht, hohe Temperaturen und eine dynamische Einsatzentwicklung stellen hohe Anforderungen an die Einsatzkräfte. Trotz sorgfältiger Vorbereitung und professioneller Schutzausrüstung lassen sich Notfälle im Atemschutzeinsatz nicht vollständig ausschließen

Gerät ein Atemschutzgeräteträger selbst in eine Notlage, zählt jede Sekunde. Dann müssen die Handgriffe sitzen und die eingesetzten Kräfte schnell, strukturiert und sicher handeln können.

Genau hier setzt das Maydaytraining an. Ziel ist es, die Einsatzkräfte auf solche Extremsituationen vorzubereiten, Rettungstechniken praktisch zu trainieren und die Handlungssicherheit für den Ernstfall zu stärken.

Modul 2: Rettung unter anspruchsvollen Bedingungen

Im heutigen zweiten Ausbildungsmodul standen verschiedene anspruchsvolle Szenarien im Mittelpunkt:

Sicherheitstrupp: Die Aufgaben und das Vorgehen des Sicherheitstrupps wurden trainiert. Dieser steht bei Atemschutzeinsätzen bereit, um verunglückte oder in Not geratene Atemschutzgeräteträger schnellstmöglich zu retten.

Entkleiden verunfallter Atemschutzgeräteträger: Das kontrollierte Ablegen der Atemschutzausrüstung bei verunfallten Einsatzkräften wurde praktisch geübt. Dabei kommt es auf ein koordiniertes Vorgehen an, um die Rettung und anschließende Versorgung zu ermöglichen.

Rettungstechniken im Atemschutzeinsatz: Unterschiedliche Techniken zur Rettung verunglückter Einsatzkräfte wurden trainiert und praktisch angewendet.

Bewegen auf engstem Raum: Enge Durchgänge und beengte Platzverhältnisse erschweren die Rettung erheblich. Die Einsatzkräfte übten, wie sie sich unter diesen Bedingungen bewegen und eine Rettung durchführen können.

Rettung über mehrere Etagen: Auch das Retten von Atemschutzgeräteträgern über mehrere Etagen gehörte zu den Ausbildungsinhalten. Hier sind eine gute Abstimmung, die richtige Technik und das Zusammenspiel der beteiligten Kräfte besonders wichtig.

Die Übungen forderten von den Teilnehmenden nicht nur körperlichen Einsatz, sondern auch Konzentration, Teamarbeit und die Fähigkeit, unter schwierigen Bedingungen strukturiert zu handeln.

Das Maydaytraining umfasst insgesamt drei Module mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

Modul 1:
▪️ Grundlagen des Atemschutznotfall
▪️ Vorgehen in unwegsamen Räumen unter Nullsicht

Modul 2:
▪️ Sicherheitstrupp
▪️ Entkleiden verunfallter Atemschutzgeräteträger
▪️ Rettungstechniken im Atemschutzeinsatz
▪️ Bewegen auf engstem Raum
▪️ Retten über mehrere Etagen

Modul 3:
▪️ Verschiedene praxisnahe Einsatzübungen zur Anwendung der Inhalte aus Modul 1 und Modul 2

Das Training wird in regelmäßigen Abständen durchgeführt, damit die Atemschutzgeräteträger ihre Kenntnisse auffrischen, die erlernten Handgriffe festigen und ihre Handlungssicherheit kontinuierlich verbessern können. Denn gerade bei seltenen, aber besonders kritischen Notfallsituationen ist es entscheidend, dass Abläufe bekannt sind und auch unter hoher Belastung funktionieren.

Üben, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt!

Maydaytraining bedeutet, sich bewusst mit Situationen auseinanderzusetzen, die im Einsatz hoffentlich niemals eintreten. Gleichzeitig ist es ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung von Atemschutzgeräteträgern. Denn im Ernstfall müssen die Einsatzkräfte nicht nur andere Menschen retten können, sondern auch in der Lage sein, verunglückte Kameradinnen und Kameraden aus einer gefährlichen Situation zu befreien.

Ein besonderer Dank gilt den Referenten des Trainingszentrums Ense & Mayday Trainingsconcept für die Durchführung der Ausbildung sowie allen Beteiligten und teilnehmenden Einsatzkräften für ihr Engagement. Die praxisnahe Ausbildung leistet einen wichtigen Beitrag zur Vorbereitung auf besondere Einsatzlagen.